Methodenversion: cert-2.5.0

Was auf Ihrem Zertifikat steht — Methodenversion cert-2.5.0

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Diese Seite erläutert Zertifikate der Methodenversion cert-2.5.0. Die Version ist auf jedem Zertifikat ausgewiesen. Sie ist an den signierten Wortlaut gebunden: Ein heute ausgestelltes Zertifikat ist auch in fünf Jahren gegen diese Erläuterung zu lesen, nicht gegen eine spätere Fassung. Das Rechenverfahren beschreibt die Methodik, die Änderungshistorie das Änderungsprotokoll.

Neu gegenüber cert-2.3.0: Das Dokument trägt eine Reichweite auf WLTP-Basis in Kilometern, sofern für das Fahrzeug ein fahrzeuggenauer WLTP-Neuwert vorliegt. Weggefallen ist die frühere Reichweitenschätzung, die die gemessene Energie durch einen für alle Fahrzeuge gleichen Verbrauchswert teilte; sie sah aus wie eine Messung und war eine Division. An der Kopfzahl, am Band und am Ausstellungs-Gate ändert sich nichts.

Jede Angabe ist in drei Abschnitten erläutert: was ausgewiesen wird, wie der Wert entsteht und welche Aussage er nicht trifft. Der dritte Abschnitt ist der wesentliche.

Energieerhaltung (SoCE-nah)

Was ausgewiesen wird. Die geschätzte nutzbare Energie der Batterie zum Stichtag, bezogen auf eine dokumentierte Referenz-Neuenergie derselben Modellvariante. Daneben steht ein Unsicherheitsband („± 2,4 %"), das gleichrangiger Bestandteil der Angabe ist.

Wie der Wert entsteht. Aus dem Verlauf von Ladestand und Energie über mehrere Messläufe wird die Steigung der gespeicherten Energie über den Ladestand bestimmt, nicht ein einzelner Quotient. Dadurch kürzt sich die Reserve unterhalb der angezeigten Entladegrenze heraus — am Testfahrzeug rund 3 kWh —, statt als nutzbare Kapazität in den Wert einzugehen.

Welche Aussage er nicht trifft. Der Wert ist eine Schätzung mit ausgewiesener Unsicherheit, keine Labormessung. Die Bezeichnung „SoCE-nah" weist darauf hin, dass die Größe an den State of Certified Energy nach UN GTR 22 angelehnt, aber nicht nach diesem Verfahren bestimmt ist: Es wurde kein Prüfzyklus gefahren und keine Typgenehmigung erteilt. Zertifikate verschiedener Anbieter sind nur vergleichbar, soweit sie dieselbe Bezugsgröße verwenden; die hier verwendete ist unmittelbar daneben ausgewiesen.

Verhältnis zum Begriff „SoH". Umgangssprachlich wird eine solche Angabe State of Health genannt. Dieses Dokument nennt sie nicht so, weil SoH den Neuzustand genau dieses Fahrzeugs voraussetzt; dessen Anfangskapazität wurde nie gemessen. Die Kennzahl beantwortet dieselbe Frage (wie viel Energie die Batterie heute gegenüber neu noch aufnimmt), legt aber offen, gegen welche Bezugsgröße gerechnet wird.

Nutzbare Energie

Was ausgewiesen wird. Der Zähler der Prozentangabe in kWh: die Energiemenge, die zwischen vollständiger Ladung und der vom Fahrzeug angezeigten Entladegrenze abrufbar ist.

Wie der Wert entsteht. Aus der oben beschriebenen Steigung, hochgerechnet auf den vollständigen Ladebereich.

Welche Aussage er nicht trifft. Der Wert bezeichnet nicht die Bruttokapazität der Zellen und nicht die Datenblattangabe des Herstellers. Zwischen Brutto- und nutzbarer Kapazität liegen Reserven, die das Fahrzeug konstruktiv freihält.

Referenz-Neuenergie

Was ausgewiesen wird. Die Bezugsgröße des Quotienten: die nutzbare Energie dieser Modellvariante im Neuzustand. Ergänzend kann ein Qualitätsvermerk stehen:

  • Variante aufgelöst — die konkrete Variante ist bestimmt; die Bezugsgröße ist ein belegter Herstellerwert.
  • Variantenband · Mitte zweier belegter Packs — unter derselben Modellbezeichnung sind zwei verschiedene Batteriepacks belegt, die anhand der verfügbaren Merkmale nicht unterscheidbar sind. Bezugsgröße ist ihr Mittelwert; die Spannweite ist im Unsicherheitsband berücksichtigt. Zur konkret verbauten Variante wird keine Aussage getroffen.
  • Modellwert je Linie · größere Unsicherheit — nur in älteren Zertifikaten enthalten; seit August 2026 wird ohne aufgelöste Variante kein Zertifikat ausgestellt.

Wie der Wert entsteht. Aus einer versionierten Tabelle der Bezugsgrößen, nicht aus der Modellbezeichnung des Fahrzeugs. Dieselbe Bezeichnung steht über mehrere Baujahre für technisch verschiedene Fahrzeuge.

Welche Aussage er nicht trifft. Die Bezugsgröße ist keine Messung des konkreten Fahrzeugs im Neuzustand. Fertigungsstreuung zwischen baugleichen Packs ist nicht im Wert, sondern im Unsicherheitsband berücksichtigt. Eine Änderung der Bezugsgröße verändert die Prozentangabe, ohne dass sich der Zustand des Fahrzeugs ändert; die Tabelle ist deshalb versioniert und für die Dauer der laufenden Validierungsstudie unveränderlich festgelegt.

Ladevorgänge bzw. Messpunkte

Was ausgewiesen wird. Die Anzahl der Beobachtungen, die in die Schätzung eingehen. Die Beschriftung benennt die Zähleinheit:

  • Ladevorgänge — jeder Eintrag entspricht einem vollständigen, für die Auswertung brauchbaren Ladevorgang, dem jeweils eine Vielzahl einzelner Auslesungen zugrunde liegt.
  • Messpunkte — jeder Eintrag entspricht einer einzelnen Auslesung innerhalb eines Messlaufs.

Wie der Wert entsteht. Gezählt werden ausschließlich Beobachtungen, die die Brauchbarkeitsprüfung bestanden haben; zu kurze, zu stark streuende oder quellengemischte Läufe werden zuvor ausgeschlossen.

Welche Aussage er nicht trifft. Der Wert benennt nicht die Gesamtzahl der Ladevorgänge des Fahrzeugs und ist kein Hinweis auf eine dünne Datenlage. Neun ausgewertete Ladevorgänge sind neun vollständige Messlagen, nicht neun Einzelwerte. Ob die Datenlage die Schätzung trägt, ist am Unsicherheitsband abzulesen, nicht an dieser Anzahl.

Trend je 10.000 km und gemessener Rückgang

Was ausgewiesen wird. Die Veränderung der nutzbaren Energie über die bisher beobachtete Strecke und Zeit, angegeben in kWh je 10.000 km und in kWh pro Jahr.

Wie die Werte entstehen. Aus einer Regression über die Messläufe, getrennt von der Messstreuung. Eine Achse wird nur ausgewiesen, wenn sie tatsächlich geschätzt werden konnte: Unterhalb von 5.000 km Spannweite beziehungsweise 90 Tagen wird keine Steigung bestimmt. Weist das Zertifikat stattdessen auf die zu geringe Spannweite hin, ist dies die zutreffende Auskunft — und nicht mit einem Trend von null gleichzusetzen.

Welche Aussage sie nicht treffen. Die Werte sind keine Prognose. Batteriealterung verläuft nicht linear; die ersten Prozentpunkte gehen schneller zurück, danach flacht der Verlauf ab. Eine lineare Fortschreibung des beobachteten Rückgangs unterschätzt die Restlebensdauer systematisch.

Reichweite auf WLTP-Basis

Was ausgewiesen wird. Genau genommen ein Reichweitenäquivalent: die WLTP-Reichweite dieses Fahrzeugs im Neuzustand, skaliert mit dem gemessenen Verhältnis von heutiger zu neuer nutzbarer Energie — in Kilometern, mit dem Band der Kopfzahl in Kilometern daneben. Darunter steht der Neuwert selbst und woher er stammt. Das Zertifikat zeigt die Angabe nur, wenn für dieses Fahrzeug ein fahrzeuggenauer Neuwert vorliegt; sonst fehlt sie vollständig.

Wie der Wert entsteht. Aus zwei Zahlen: dem amtlichen WLTP-Neuwert dieses Fahrzeugs und dem oben ausgewiesenen Erhaltungsquotienten. Für den Neuwert gibt es zwei zulässige Quellen. Entweder die Übereinstimmungsbescheinigung dieses Fahrzeugs; oder der amtliche Wert genau dieser Ausführung aus offenen Fahrzeugregistern der EU, aufgelöst über Batteriepack, Modelljahr, Versionsklasse und Werksrad. Der WLTP-Verbrauch geht in die Rechnung nicht ein: Er steckt im Neuwert und kürzt sich gegen sich selbst heraus.

Warum kein Variantenwert. Unter derselben Variantenbezeichnung stehen in den Registern bis zu vier verschiedene amtliche Reichweiten, die um bis zu 19 % auseinanderliegen — mehr, als die Messung selbst an Signal hergibt. Ausschlaggebend ist der Fahrwiderstandssatz des Fahrzeugs, den keine Fahrzeugschnittstelle liefert. Lässt sich die Ausführung nicht eindeutig bestimmen, entfällt die Angabe; ein Mittelwert stünde für kein Fahrzeug.

Welche Aussage er nicht trifft. Die Zahl ist rechnerisch und kein WLTP-Messwert: Es wurde kein Prüfzyklus gefahren. Sie ist auch keine Alltagsprognose — WLTP fällt gegenüber der Praxis optimistisch aus, bei Kälte, hohem Tempo oder mit Anhänger deutlich. Ihr Zweck ist der Vergleich mit der Angabe, die an jedem Neuwagen steht. Genauer als die Prozentangabe ist sie nicht: Sie ist dieselbe Messung in einer anderen Einheit. Vorausgesetzt ist dabei, dass der Verbrauch je Kilometer sich mit dem Alter nicht ändert; diese Annahme lässt sich mit unseren Felddaten nicht prüfen.

Datenherkunft und Qualitätsstufe (Q1–Q4)

Was ausgewiesen wird. Die Quelle der gemessenen Energie und die Belastbarkeit dieses Kanals. Ohne diese Angabe ist eine Prozentangabe nicht interpretierbar.

StufeKanalVom Fahrzeug geschätzte Größe?
Q1Telemetrie-Stream, Energie unmittelbar in kWhja
Q2Gemessene Ladevorgänge (zugeführte Energie je Vorgang)nein
Q3Restenergie aus der Herstellerschnittstelleja
Q4Rückrechnung aus der Reichweitenanzeige über eine Wh/km-Konstanteja

Wie der Wert entsteht. Aus dem Kanal, der die ausgewiesene Kennzahl geliefert hat. Enthält die zugrunde liegende Historie mehrere Herkünfte, werden alle benannt.

Welche Aussage er nicht trifft. Die Stufe ordnet die Datenqualität, nicht die Unabhängigkeit der Messung; eine höhere Stufe bezeichnet daher nicht den unabhängigeren Wert. Q1 weist die höchste Datenqualität auf — hohe Abtastrate, Energie unmittelbar in kWh, keine Umrechnungskonstante —, bleibt jedoch eine vom Fahrzeug selbst geschätzte Größe. Q2 ist die einzige Stufe, die eine Größe erfasst, die das Fahrzeug nicht selbst schätzt: die tatsächlich zugeführte Energie. Beide Merkmale werden deshalb getrennt ausgewiesen; bei Q2 trägt das Zertifikat den Zusatz „unabhängig von der Fahrzeug-Schätzung gemessen".

Q4 ist die schwächste Stufe: Die Rückrechnung aus der Reichweitenanzeige über eine Konstante kann Werte oberhalb von 100 % ergeben. Sie dient ausschließlich der Plausibilitätsprüfung und nicht als primärer Schätzer.

Was die Genauigkeit begrenzt

Was ausgewiesen wird. Der Einfluss, der das Unsicherheitsband derzeit dominiert. Es ist die einzige Angabe des Dokuments, aus der sich für den Besitzer eine konkrete Maßnahme ableiten lässt — etwa den Ladebereich weiter auszuschöpfen, weitere Messläufe abzuwarten oder die unterbrochene Datenerfassung wiederherzustellen.

Wie der Wert entsteht. Die Terme des Unsicherheitsbudgets addieren sich quadratisch; benannt wird der größte. Liegt der zweitgrößte innerhalb von 10 %, wird kein dominierender Term ausgewiesen, sondern darauf hingewiesen, dass mehrere Einflüsse in vergleichbarem Umfang beitragen.

Welche Aussage er nicht trifft. Der Hinweis bezeichnet keinen Mangel am Fahrzeug. Ein breites Band beziffert die verbleibende Messunsicherheit und nicht einen schlechten Batteriezustand.

Batterie-Stand, Ausstelldatum und Kilometerstand

Was ausgewiesen wird. Der Zeitpunkt der letzten Messung mit dem zugehörigen Kilometerstand — nicht der Zeitpunkt des Seitenaufrufs. Liegt dieser Stand mehrere Monate zurück, weist das Zertifikat aktiv darauf hin.

Welche Aussage sie nicht treffen. Ein Zertifikat bleibt an seinen Stichtag gebunden. Der ausgewiesene Kilometerstand ist mit dem des Fahrzeugs abzugleichen: Liegen mehrere tausend Kilometer dazwischen, beschreibt das Dokument einen früheren Zustand.

VIN-Prüfsumme und Signatur

Was ausgewiesen wird. Die Bindung des Dokuments an ein bestimmtes Fahrzeug und an einen unveränderten Wortlaut.

Wie die Angaben entstehen. Die vollständige Fahrzeug-Identifizierungsnummer ist im Zertifikat nicht enthalten, sondern ausschließlich ihr SHA-256-Abdruck. Wer die vollständige Nummer kennt, kann auf der Zertifikatsseite prüfen, ob sie zu diesem Abdruck passt. Der Wortlaut selbst ist mit Ed25519 signiert; die Prüfung erfolgt beim Öffnen der Seite automatisch im Browser, mit eingebettetem öffentlichem Schlüssel und ohne Datenübertragung.

Welche Aussage sie nicht treffen. Eine gültige Signatur belegt, dass das Dokument unverändert von uns stammt — nicht, dass die Batterie in gutem Zustand ist. Die Prozentangabe bleibt auch bei gültiger Signatur eine Schätzung.

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