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Fiat 500e gebraucht: Batterie, Varianten, SoH

Stand: 23.08.2026 · seit 2020

Varianten & Batterien im Überblick

VarianteZeitraum (EU)Netto-KapazitätZellchemie
23,8 kWh (u. a. Action, Pop)seit 11/202021,3NMC
42 kWh (u. a. Icon, La Prima, 3+1)seit 11/202037,3NMC

23,8 kWh (u. a. Action, Pop) (seit 11/2020)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
seit 11/202021,3NMCSamsung-SDI-Zellen; laut Fiat-Support Lithium-Ionen „Generation 3a“, Konfiguration 108s1p

Der Stadt-Stromer mit 190 km WLTP (real rund 150 km) — und einer wenig bekannten Einschränkung: Die Batteriegarantie ist bei der kleinen Batterie laut ADAC-Datenblatt auf 100.000 km gedeckelt statt 160.000. Auf dem Gebrauchtmarkt der günstigste Einstieg: verifizierte Inserate ab etwa 11.500 Euro.

AC 2,3–11 kW, DC 50 kW (80 Prozent in rund 30 Minuten).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 100.000 km (70 % Mindestkapazität).

42 kWh (u. a. Icon, La Prima, 3+1) (seit 11/2020)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
seit 11/202037,3NMCSamsung-SDI-Zellen, Konfiguration 96s2p; gilt für Limousine, Cabrio und 3+1 gleichermaßen

Die Reichweiten-Variante (321 km WLTP, real rund 245 km). Dokumentierte Einzelmessungen liegen bei rund 90 bis 95 Prozent bis etwa 80.000 km — ein Gebrauchtwagencheck ergab 92,2 Prozent bei 74.000 km. Ab 2027 stellt Fiat auf eine LFP-Batterie aus dem CATL-Joint-Venture um — künftige Baujahre haben dann eine andere Zellchemie.

AC 2,3–11 kW, DC 85 kW — der ADAC maß 10–80 Prozent in rund 24 Minuten.

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

Der 500e ist einer der günstigsten Wege in ein gebrauchtes E-Auto: 23,8-kWh-Exemplare beginnen um 11.500 Euro, die 42-kWh-Version um 14.500 Euro — bei einem Median von rund 20.000 Euro und Neupreisen, die teils 60 Prozent darüber lagen. Beim Akku hat der kleine Fiat zwei Eigenheiten, die kaum ein Inserat erklärt: Der Ausstattungsname verrät die Batteriegröße nicht, und die Garantie ist je nach Batterie unterschiedlich lang.

Erst die Batterie identifizieren, dann den Preis vergleichen

Seit April 2022 gibt es Ausstattungen wie Icon mit beiden Batterien. Verlässlich ist nur die Motorleistung: 70 kW (95 PS) = 23,8 kWh, 87 kW (118 PS) = 42 kWh — real rund 150 gegen 245 km Reichweite, DC 50 gegen 85 kW. Und bei der Garantie gilt: 8 Jahre auf 70 Prozent, aber laut ADAC-Datenblatt 160.000 km für die große und nur 100.000 km für die kleine Batterie. Die Garantie ist zudem wartungsgebunden — die lückenlose Servicehistorie gehört beim 500e zum Batterie-Check dazu.

Die echten Risiken: 12 Volt und Ladetechnik, nicht die Zellen

Die dokumentierten 500e-Dramen spielen fast alle im Kleinspannungsnetz: plötzlich leere 12-V-Batterien, ein Auto, das sich weder öffnen noch starten lässt, Werkstätten, die ohne Befund tauschen. Dazu kommt der teuerste bekannte Defekt: Ein ausgefallener On-Board-Charger blockiert das AC-Laden (Reparatur ab rund 1.200 Euro). Die Hochvolt-Batterie selbst ist unauffällig — die Einzelmessungen liegen bei rund 90 bis 95 Prozent SoH bis etwa 80.000 km, und im TÜV-Report 2026 ist der 500e bester im Mini-Segment. Eine große Flottenauswertung fehlt ihm allerdings — umso mehr zählt der dokumentierte Einzelnachweis.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. Batterie über die Motorleistung identifizieren (70 vs. 87 kW) — nicht über den Ausstattungsnamen.
  2. AC-Ladetest machen. Ein defekter On-Board-Charger zeigt sich nur beim Laden an Wallbox oder Säule — zehn Minuten, die vor der teuersten bekannten Reparatur schützen.
  3. 12-V-Historie erfragen: Standzeiten, Ausfälle, bereits getauschte Batterie? Dazu per FIN klären, ob Rückrufe (6527, 6923) und die Software-Serviceaktion erledigt sind.
  4. Wartungshistorie prüfen — sie ist hier Garantie-Bedingung. Und den SoH nicht nur einmal per Car Scanner ablesen, sondern als Verlauf dokumentieren: Bei einem Auto ohne Flottendaten ist der belegte Einzelnachweis das stärkste Verkaufsargument.

Batteriegarantie

Fiat sichert für die Batterie 8 Jahre mit mindestens 70 % Restkapazität zu. Kilometergrenzen und Ausnahmen stehen bei den Varianten oben und in den Fragen unten.

Häufige Fragen

Welche Batterie steckt in meinem 500e? Der Ausstattungsname verrät es nicht

Seit April 2022 gibt es Ausstattungen wie Icon mit beiden Batterien — der Name im Inserat sagt also nichts über die Kapazität. Das verlässliche Erkennungsmerkmal ist die Motorleistung: 70 kW (95 PS) bedeutet 23,8 kWh, 87 kW (118 PS) bedeutet 42 kWh. Der Unterschied ist erheblich: real rund 150 gegen 245 km Reichweite, DC 50 gegen 85 kW — und beim Neupreis lagen rund 4.000 Euro dazwischen.

Welche Batteriegarantie hat der 500e?

8 Jahre auf 70 Prozent der Kapazität — aber mit ungleichen Kilometergrenzen: 160.000 km bei der 42-kWh-Batterie, laut ADAC-Datenblatt nur 100.000 km bei der 23,8-kWh-Batterie. Zwei Dinge sollten Käufer zusätzlich wissen: Die Garantie ist an die regelmäßigen Wartungen gebunden (Stellantis verknüpft Inspektionen digital mit den Rechnungen — eine lückenlose Historie zählt), und im Serviceheft steht die 70-Prozent-Schwelle, auch wenn Verkäufer mündlich anderes erzählen.

Was steckt hinter den berüchtigten 12-V-Ausfällen?

Der bekannteste 500e-Ärger: Die 12-V-Batterie entlädt sich, das Auto lässt sich weder öffnen noch starten, beim Fremdstarten spielen Alarm und Elektronik verrückt — und die Werkstatt tauscht oft, ohne eine Ursache zu finden. Dazu passt ein kleiner Rückruf wegen einer lockeren Klemme am 12-V-Minuspol (Brandrisiko, zehn Fahrzeuge in Deutschland). Zur Einordnung: In der ADAC-Pannenstatistik fällt der 500e nicht als Problem-Modell auf. Für den Kauf heißt das: Standzeit erfragen, Alter der 12-V-Batterie klären — ein bereits getauschter Akku ist ein Pluspunkt.

Wie lese ich den SoH eines 500e aus?

Car Scanner hat ein eigenes Fahrzeugprofil für den 500e und zeigt per OBD2-Dongle den Wert „HV Battery SoH“ (dazu einen zweiten Wert „SoH Low“). Die Community nutzt das breit, hält die Werte aber für großzügig — seit Jahren angezeigte 95 Prozent kommentiert ein Halter selbst skeptisch. Ein offizielles Batteriezertifikat von Fiat gibt es nicht; wer einen belastbaren Wert braucht, landet bei der Werkstattdiagnose oder einem unabhängigen Batterietest. Und wie immer gilt: Ein Einzelwert ist eine Momentaufnahme, belastbar ist der Verlauf.

Welche Rückrufe und Aktionen sind dokumentiert?

Batterieseitig ein sehr kleiner Rückruf wegen möglicherweise kontaminierter Zellen der Antriebsbatterie (Baujahre 2020/2021, acht Fahrzeuge in Deutschland — Brandgefahr, Aktion 6527), dazu der 12-V-Klemmen-Rückruf 6923 (zehn Fahrzeuge) und die Software-Serviceaktion 6475. Alles kleine Stückzahlen: Beim Händler per FIN prüfen lassen, ob am Wunschfahrzeug etwas offen ist. Als Gegengewicht: Im TÜV-Report 2026 schneidet der 500e als bester im Mini-Segment ab — Mängelquote 4,2 Prozent gegenüber 6,5 im Schnitt.

Was ist das größere Risiko — Degradation oder Defekte?

Nach dokumentierter Lage eher Defekte an der Ladetechnik als die Batterie selbst: Ein defekter On-Board-Charger blockiert das AC-Laden komplett (Reparatur ab rund 1.200 Euro bei Spezialisten, beim Händler deutlich mehr). Die Batterie altert nach den verfügbaren Einzelwerten unauffällig. Deshalb gehört zur Probefahrt zwingend ein AC-Ladetest — und in die Unterlagen der Blick auf Wartungshistorie und Aktionsstatus.

Quellen