Modell-Datenbank

VW ID.4 gebraucht: Batterie, Varianten, SoH

Stand: 23.08.2026 · seit 2020

Varianten & Batterien im Überblick

VarianteZeitraum (EU)Netto-KapazitätZellchemie
Pure (52 kWh)2/2021 – 3/202652NMC
Pro Performance (77 kWh)12/2020 – 10/202377NMC
Pro / Pro 4MOTION (77 kWh, ab Modellpflege)seit 10/202377NMC
GTX 4MOTION (77 kWh, Allrad)7/2021 – 202577 · 77NMC
Facelift (ab 3/2026): Pure mit LFPseit 3/202658LFP

Pure (52 kWh) (2/2021 – 3/2026)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
2/2021 – 3/202652NMCMEB-Pouchzellen (8 Module); Batteriesystem-Montage in Braunschweig, Fahrzeugbau Zwickau, ab 5/2022 auch Emden

Der Einstieg mit zwei Fallstricken der frühen Baujahre: AC lädt nur zweiphasig mit 7,2 kW, und DC-Schnellladen mit 110 statt 50 kW war Sonderausstattung — erst spätere Pure (ab 2023) laden serienmäßig mit bis zu 11 kW AC und 145 kW DC. Beim Kauf eines frühen Pure gehört die Ladeausstattung deshalb in die erste Frage.

Früh: AC 7,2 kW, DC 50 kW Serie (110 kW optional). Ab 2023: AC bis 11 kW, DC 145 kW (10–80 Prozent in 25 Minuten).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

Pro Performance (77 kWh) (12/2020 – 10/2023)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
12/2020 – 10/202377NMCMEB-Pack mit 12 Modulen — die gleiche Batterieklasse wie im ADAC-Dauertest-ID.3

Das Volumenmodell der ersten Jahre (150 kW/204 PS). In der Flottenauswertung von knapp 10.000 Batterietests steht der ID.4 77 kWh jenseits von 100.000 km bei 92,77 Prozent — mit neuerer Software 3.x bei 92,27 Prozent. DC lud anfangs 125 kW, per ID.-Software 3.0 kamen 135 kW auch für Bestandsfahrzeuge über Update.

AC 11 kW, DC 125 kW, ab Software 3.0 bis 135 kW (10–80 Prozent real um 35 Minuten laut ADAC-Messung).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

Pro / Pro 4MOTION (77 kWh, ab Modellpflege) (seit 10/2023)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
seit 10/202377NMCGleicher 77-kWh-Pack, neuer Heckmotor APP550 mit 210 kW/286 PS und 545 Nm

Die Modellpflege brachte den effizienteren APP550-Motor und DC 175 kW — real gemessen kurzzeitig bis 185 kW, 10–80 Prozent in rund 32 Minuten. Für eigene Langzeitwerte zu jung; batterieseitig gilt die 77-kWh-Referenzlage.

AC 11 kW, DC bis 175 kW (10–80 Prozent in 28 Minuten laut Datenblatt, real rund 32).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

GTX 4MOTION (77 kWh, Allrad) (7/2021 – 2025)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
7/2021 – 10/2023 (220 kW)77NMC77-kWh-Pack plus Frontmotor; DC 135 kW
10/2023 – 2025 (250 kW)77NMCAb Modellpflege 250 kW/340 PS und DC 175 kW

Das Allrad-Topmodell in zwei Leistungsstufen. Batterie identisch zum Pro — die Performance-Frage ist beim ID.4 keine Batteriefrage.

AC 11 kW; DC 135 kW (bis 10/2023) bzw. 175 kW (danach).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

Facelift (ab 3/2026): Pure mit LFP (seit 3/2026)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
seit 3/2026 (Pure)58LFPErstmals LFP-Zellen im Einstieg (140 kW/190 PS); DC 105 kW

Mit dem großen Facelift kommt der Einstieg mit LFP-Batterie (436 km WLTP) — anderes Ladeverhalten und andere Pflege als NMC. Zugleich endet der Name: Das Facelift firmiert als ID. Tiguan, gebaut nur noch in Emden. Auf dem Gebrauchtmarkt spielt das noch keine Rolle.

AC 11 kW, DC 105 kW (80 Prozent in 26 Minuten).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

Der ID.4 ist VWs Weltauto unter den Stromern (seit Ende 2020 gebaut in Zwickau, ab 2022 auch in Emden) und gebraucht inzwischen breit und günstig verfügbar: Einstieg um 19.000 bis 21.000 Euro, Median um 35.500 Euro. Kaum ein Modell hat aber so viele stille Unterschiede zwischen äußerlich gleichen Autos: Ladeausstattung, Softwarestand, Rückruf-Status — dort entscheidet sich der Preis.

Ein Modell, viele Stände: worauf es je Baujahr ankommt

Der frühe Pure lädt AC nur zweiphasig mit 7,2 kW, und 110-kW-DC war Sonderausstattung — erst ab 2023 sind 11 kW AC und 145 kW DC Serie. Der Pro Performance startete mit 125 kW DC; die ID.-Software 3.0 brachte 135 kW auch für Bestandsautos per Update (plus den 80-Prozent-Schonmodus). Ab der Modellpflege 10/2023 liefern APP550-Motor (286 PS) und 175 kW DC den größten Sprung. Beim Gebrauchtkauf gehört deshalb neben dem Baujahr immer der Softwarestand in die Anzeige-Nachfrage.

Rückruf 93MI und die Flottendaten

Der ID.4 steht auf der Liste des MEB-Batteriemodul-Rückrufs vom März 2026 (Code 93MI, KBA 16271R; ID.3/ID.4/ID.5/ID. Buzz zusammen 22.182 Fahrzeuge in Deutschland): Diagnose-Software plus Modultausch bei auffälligen Batterien. Der Status ist eine FIN-Abfrage beim VW-Partner — und ein getauschtes Modul ist frische Hardware, kein Makel. Die Alterung selbst ist unauffällig: 92,77 Prozent SoH im Flottenschnitt jenseits von 100.000 km, und die baugleiche 77-kWh-Klasse hielt im ADAC-Dauertest des ID.3 89 Prozent bei 220.158 km.

Der SoH-Sonderfall: Der Händler kann nicht helfen

Selbst auslesen funktioniert per OBD und Car Scanner („maximaler Energieinhalt" ÷ 52 bzw. 77 kWh) — mit den bekannten BMS-Vorbehalten, und ab Modelljahr 2024 fehlt der Wert teils ganz. Der Weg über den VW-Händler endet dokumentiert im Leeren: Der Diagnose-Datensatz ist verschlüsselt und nur durch VW auswertbar. Wer beim ID.4 einen belastbaren, vorzeigbaren Batterienachweis will, kommt am unabhängigen Weg nicht vorbei — am stärksten als dokumentierter Verlauf statt Einzelmessung.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. 93MI-Status und Serviceaktionen per FIN prüfen lassen — inklusive der 12-V-/Software-Aktion von 2022 (Software 2.4, neue 12-V-Batterie).
  2. Ladeausstattung des konkreten Autos klären: Beim frühen Pure DC 110 kW an Bord? Beim Pro Software 3.0 installiert (135 kW)? Das sind reale Alltags- und Wertunterschiede.
  3. Softwarestand zeigen lassen. Viele Verbesserungen kamen per Update — ein gepflegter Softwarestand spricht für einen gepflegten Halter.
  4. Batteriezustand unabhängig belegen. Da der Händlerweg verschlüsselt ist und die BMS-Anzeige schwankt, zählt der dokumentierte Verlauf — beim Kauf als Forderung, beim Wiederverkauf als Argument.

Batteriegarantie

VW sichert für die Batterie 8 Jahre mit mindestens 70 % Restkapazität zu. Kilometergrenzen und Ausnahmen stehen bei den Varianten oben und in den Fragen unten.

Häufige Fragen

Betrifft der große MEB-Batterie-Rückruf den ID.4?

Ja. Der Rückruf vom März 2026 läuft für die VW-Modelle unter Code 93MI (KBA-Referenz 16271R) und umfasst ID.3, ID.4, ID.5 und ID. Buzz — zusammen 74.579 Fahrzeuge weltweit, 22.182 in Deutschland; eine ID.4-eigene Stückzahl weist VW nicht aus. Grund sind nicht spezifikationsgerechte Batteriemodule (Reichweitenverlust, gelbe Warnleuchte, im Extremfall Brandgefahr); die Werkstatt spielt eine Diagnose-Software auf und tauscht auffällige Module. Die Quellen nennen als betroffene Produktionszeiträume Februar 2022 bzw. Juni 2023 bis August 2024. Für Käufer heißt das schlicht: 93MI-Status per FIN beim VW-Partner prüfen lassen — und ein bereits getauschtes Modul ist kein Makel, sondern frische Hardware.

Welche Batteriegarantie hat der ID.4?

8 Jahre oder 160.000 km auf mindestens 70 Prozent der Kapazität — ohne gestaffelte Zwischenwerte, wie sie etwa Cupra nennt. VW empfiehlt für die NMC-Batterien im Alltag maximal 80 Prozent Ladestand und Standzeiten zwischen 30 und 80 Prozent. Die ersten ID.4 von Ende 2020 laufen noch bis Ende 2028 in der Garantie.

Wie schnell altert der ID.4-Akku wirklich?

Die Flottenauswertung von knapp 10.000 Batterietests beziffert den ID.4 mit 77-kWh-Batterie jenseits von 100.000 km auf 92,77 Prozent Restkapazität im Schnitt (mit Software 3.x: 92,27) — solide Mitte, gleichauf mit Enyaq und Q4 e-tron. Die Einzelserien-Referenz liefert der ADAC-Dauertest des ID.3 Pro S mit derselben Batterieklasse: 93 Prozent bei 102.505 km, 89 Prozent bei 220.158 km. Einen ID.4-eigenen Dauertest gibt es nicht.

Wie lese ich den SoH aus — und warum hilft der Händler nicht weiter?

Selbst auslesen geht wie beim ID.3: OBD2-Dongle, App Car Scanner, im Gateway-Steuergerät den Wert „maximaler Energieinhalt der Traktionsbatterie“ ablesen und durch 52 bzw. 77 kWh teilen. Zwei Einschränkungen: Der Wert ist eine schwankende BMS-Schätzung (die Community warnt, er sei „häufig inkorrekt“ — genauer ist die Energiezähler-Methode über einen vollen Ladezyklus), und ab Modelljahr 2024 wird er teils gar nicht mehr angezeigt. Der Weg über den VW-Händler führt ins Leere: Der ausgelesene Datensatz ist verschlüsselt und nur durch VW auswertbar — einen SoH-Ausdruck für Kunden gibt es nicht standardmäßig. Bleibt der unabhängige Nachweis: als Einzeltest oder, belastbarer, als dokumentierter Verlauf.

Hat der ID.4 bekannte batterienahe Schwachstellen?

Die MEB-typische 12-V-Problematik traf auch den ID.4: 2022 holte VW rund 200.000 ID.3 und ID.4 freiwillig in die Werkstatt — für Software 2.4 und eine zyklenfestere 12-V-Batterie. Wer ein frühes Auto kauft, sollte prüfen, ob diese Aktion und spätere Software-Stände (ID.-Software 3.0 brachte 135 kW DC und den 80-Prozent-Schonmodus) durchgeführt wurden. In Pannenstatistik und TÜV-Report steht der ID.4 solide da: Bewertung 1,0 in der ADAC-Statistik für EZ 2021, Mängelquote im Mittelfeld der E-Autos — auffällig sind eher Bremsen (Rekuperations-Ruhe) und Achsaufhängung, nicht der Antrieb.

Was kostet ein gebrauchter ID.4?

Der Einstieg liegt um 19.000 bis 21.000 Euro — für frühe Pure ebenso wie für Pro Performance mit sechsstelligem Kilometerstand; der Median aller Angebote liegt um 35.500 Euro, junge Modellpflege-Autos ab etwa 35.000 Euro. Die große Spanne macht den Zustandsnachweis zum Preishebel: Zwischen zwei äußerlich gleichen 2021ern können Ladeausstattung, Softwarestand, 93MI-Status und belegter Batteriezustand mehrere Tausend Euro Unterschied begründen.

Quellen