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BMW i4 gebraucht: Batterie, Varianten, SoH

Stand: 23.08.2026 · seit 2021

Varianten & Batterien im Überblick

VarianteZeitraum (EU)Netto-KapazitätZellchemie
eDrive40 (81,1 kWh)11/2021 – 6/202481,1NMC
M50 (81,1 kWh, Allrad)11/2021 – 6/202481,1NMC
eDrive35 (67,0 kWh)11/2022 – 6/202467,0NMC
Facelift: eDrive35/40, xDrive40, M50 xDriveseit 7/202467,1 · 81,1 – 81,3NMC

eDrive40 (81,1 kWh) (11/2021 – 6/2024)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
11/2021 – 6/202481,1NMCBMW Gen5, prismatische Zellen (Zulieferer CATL und Samsung SDI); Batteriemontage in Dingolfing, Fahrzeugbau in München

Das Volumenmodell. Dokumentierte Besitzerwerte aus dem i4-Forum: 95,4 Prozent nach 2,5 Jahren/43.000 km, ein Einzelwert um 90 Prozent bei 47.000 km — der per CarData ausgelesene BMS-Schätzwert schwankt spürbar, einzelne Ablesungen sind Anhaltspunkte, kein Urteil.

AC 11 kW, DC bis 205 kW (10–80 Prozent in rund 31 Minuten laut Datenblatt).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

M50 (81,1 kWh, Allrad) (11/2021 – 6/2024)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
11/2021 – 6/202481,1NMCIdentischer Gen5-Pack wie im eDrive40; zwei Motoren mit zusammen 400 kW

Die Performance-Variante zeigt in dokumentierten Messungen keine auffällig schnellere Alterung: 94,5 Prozent nach 3,5 Jahren/81.000 km, 96 bis 97 Prozent bei 30.000 km (per BMW CarData ausgelesen).

AC 11 kW, DC bis 205 kW (10–80 Prozent in rund 31 Minuten).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

eDrive35 (67,0 kWh) (11/2022 – 6/2024)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
11/2022 – 6/202467,0NMCBMW Gen5, prismatische Zellen — kleinerer Pack, gleiche Technik

Der spätere Einstieg ins Programm: rund 95 Prozent nach 3 Jahren/35.000 km dokumentiert. Auf dem Gebrauchtmarkt die günstigste Tür in den i4 — verifizierte Inserate beginnen gut über 35.000 Euro.

AC 11 kW, DC bis 180 kW (10–80 Prozent in rund 32 Minuten).

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

Facelift: eDrive35/40, xDrive40, M50 xDrive (seit 7/2024)

Zeitraumnetto kWhChemieZellen
seit 7/2024 (eDrive35)67,1NMCBMW Gen5, prismatisch — Hardware unverändert
seit 7/2024 (eDrive40, xDrive40, M50 xDrive)81,1 – 81,3NMCBMW Gen5, prismatisch; die ADAC-Datenblätter nennen je nach Variante 81,1 bis 81,3 kWh netto

Die Modellpflege ließ Batterie und Ladeleistung unverändert — die Reichweitengewinne (eDrive40: 585 auf 600 km WLTP) kommen aus Effizienz. Neu ist der Allradler xDrive40 mit 295 kW; seit der Modellpflege 2025 ergänzt ein M60 die Spitze. Für Langzeitwerte sind diese Baujahre zu jung.

Unverändert: AC 11 kW, DC 205 kW (eDrive35: 180 kW); der ADAC hat am xDrive40 10–80 Prozent in 28 Minuten gemessen.

Batteriegarantie dieser Variante: 8 Jahre / 160.000 km (70 % Mindestkapazität).

Der i4 ist BMWs elektrisches Gran Coupé aus dem Werk München (Gen5-Batterie aus Dingolfing, gebaut seit Herbst 2021) und kommt gerade in der Breite auf dem Gebrauchtmarkt an: 2022er-Exemplare kosten im Schnitt um 41.000 Euro, die günstigsten belastbaren Inserate (eDrive35) beginnen gut über 35.000 Euro. Beim Akku ist der i4 in vielem das Gegenstück zum i3: Jeder i4 läuft noch in der Batteriegarantie. Worauf es ankommt, sind Rückruf-Historie und belegter Zustand.

Garantie überall aktiv — entschieden wird trotzdem am Zustand

BMW gibt 8 Jahre oder 160.000 km auf 70 Prozent der Kapazität. Weil die Produktion erst im Herbst 2021 startete, sind selbst die ältesten i4 bis Ende 2029 abgesichert. Das Sicherheitsnetz greift aber erst unter 70 Prozent — für Preisverhandlung und Wiederverkauf zählt der belegte Zustand lange vorher. Und anders als beim i3 gibt es beim i4 kein Geheimmenü: Der Zustand macht sich nicht von selbst sichtbar.

Rückrufe: kleine Stückzahlen, wichtiger Papier-Check

Drei batterienahe Aktionen sind dokumentiert — der Zellfehler-Rückruf 2022 (83 Fahrzeuge weltweit, Produktionsfenster November 2021 bis Juni 2022), der US-Rückruf 2024 wegen Schweißnähten an Batteriemodulen und die europaweite Safety-Gate-Meldung SR/02913/25 von 2025 (Zellmodule/ Modulrahmen, Produktion Juli 2021 bis Februar 2024). Alle betreffen wenige Fahrzeuge, alle wurden per Prüfung und Modul- oder Batterietausch behoben. Für den Kauf heißt das nicht Alarm, sondern Routine: beim BMW-Partner bestätigen lassen, dass am Wunschfahrzeug keine Aktion offen ist.

Was die dokumentierten Werte zeigen

Eine öffentliche Dauertest-Reihe wie beim ID.3 fehlt dem i4 noch. Die Foren-Messwerte der ersten zwei bis dreieinhalb Jahre liegen meist zwischen 93 und 97 Prozent SoH (bis gut 80.000 km), ein Einzelwert um 90 Prozent. Für die Batteriegeneration spricht der AUTO-BILD-Dauertest eines iX3 mit derselben Gen5-Technik: nach 100.000 km blieb laut Abschlussmessung praktisch die volle Kapazität. Der Vorbehalt bei allen Selbstauslesungen: Der BMS-Schätzwert schwankt mit Temperatur und Balancing — im i4-Forum ist derselbe Wagen binnen Monaten mit spürbar unterschiedlichen Werten dokumentiert.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. Aktionsstatus schriftlich geben lassen. Rückrufe und technische Aktionen (siehe oben) beim BMW-Partner gegen die Fahrgestellnummer prüfen lassen — zwei Minuten, klare Auskunft.
  2. SoH vom Verkäufer anfordern. Jeder Besitzer kann per BMW CarData ein Datenarchiv ziehen („Energieinhalt der Hochvoltbatterie“, geteilt durch 67,0/67,1 bzw. 81,1 kWh). Alternativ: der Batterie-Check beim Händler, seit August 2025 Grundlage des BMW-Batteriezertifikats.
  3. Probefahrt-Punkte abfragen: Meldungen zur Antriebsstrangüberprüfung in der Historie? 12-V-Batterie schon einmal getauscht? Lädt der Wagen an AC und DC ohne Abbrüche?
  4. Verlauf statt Einzelwert dokumentieren. Der BMS-Wert eines Tages ist eine Momentaufnahme; was den Preis verteidigt, ist der belegte Verlauf über Wochen. Den liefert ein verlaufsbasiertes Zertifikat — und der Markt erwartet ihn: mobile.de verlangt beim Haken „mit Batteriezertifikat“ inzwischen den Upload.

Batteriegarantie

BMW sichert für die Batterie 8 Jahre mit mindestens 70 % Restkapazität zu. Kilometergrenzen und Ausnahmen stehen bei den Varianten oben und in den Fragen unten.

Häufige Fragen

Wie lese ich den SoH eines i4 aus?

Ein Geheimmenü wie beim i3 gibt es nicht — dafür einen offiziellen Besitzer-Weg: Im bmw.de-Konto unter „Meine Fahrzeuge“ bei BMW CarData ein Datenarchiv anfordern (dauert bis zu 24 Stunden). Im Export steht der Wert „Energieinhalt der Hochvoltbatterie“ in kWh; geteilt durch den Netto-Neuwert (67,0/67,1 kWh beim eDrive35, 81,1 kWh bei eDrive40, xDrive40 und M50) ergibt das den SoH. Wichtig: Das ist ein BMS-Schätzwert, der mit Temperatur und Balancing schwankt — belastbar wird erst der Trend über mehrere Ablesungen. Per OBD-Adapter zeigt die App EVScanner (iOS, vom BimmerLink-Anbieter) den SoH direkt; die Werkstatt liefert ihn per Batterie-Schnelltest.

Welche Batteriegarantie hat der i4 — und wie lange noch?

8 Jahre oder 160.000 km auf 70 Prozent der Kapazität. Da die Produktion erst im Herbst 2021 startete, ist noch jeder i4 im Garantiefenster — die ältesten bis Ende 2029, jüngere entsprechend länger. Anders als beim i3 gibt es hier also ein Sicherheitsnetz. Es greift allerdings erst, wenn die Kapazität unter 70 Prozent fällt; für Preis und Wiederverkauf zählt der belegte Zustand deutlich früher.

Welche Rückrufe betreffen die i4-Batterie?

Drei Aktionen sind dokumentiert, alle mit kleinen Stückzahlen: 2022 ein Zellfehler-Rückruf (83 Fahrzeuge weltweit, rund 30 in Deutschland, Produktion November 2021 bis Juni 2022 — Module oder komplette Batterien wurden getauscht). 2024 in den USA ein Rückruf wegen unzureichender Schweißnähte an Batteriemodulen (Modelljahr 2024). 2025 die europaweite Safety-Gate-Meldung SR/02913/25: nicht spezifikationsgerecht gefertigte Zellmodule bzw. Modulrahmen (Produktion Juli 2021 bis Februar 2024, mehrere Baureihen) — die Werkstatt prüft und tauscht bei Bedarf Module oder die Batterie. Dazu kam 2022 eine Software-Korrektur am Batteriemanagement (in Deutschland als technische Aktion). Für Käufer heißt das: Servicehistorie zeigen lassen und beim BMW-Partner bestätigen, dass keine Aktion offen ist.

Wie schnell altert der i4-Akku?

Eine öffentliche Dauertest-Messreihe wie beim VW ID.3 existiert für den i4 noch nicht. Die dokumentierten Besitzerwerte liegen nach zwei bis dreieinhalb Jahren meist zwischen 93 und 97 Prozent (bei Laufleistungen bis gut 80.000 km), ein Einzelwert um 90 Prozent. Als Referenz für die Batteriegeneration: Im AUTO-BILD-Dauertest hielt ein iX3 mit derselben Gen5-Technik nach 100.000 km laut Abschlussmessung praktisch die volle Kapazität. Wichtigster Vorbehalt bleibt der schwankende BMS-Schätzwert — der Trend über mehrere Messungen trägt, die Einzelablesung nicht.

Hat der i4 bekannte batterienahe Schwachstellen?

Dokumentiert sind sporadische Meldungen „Antriebsstrangüberprüfung“ mit sehr unterschiedlichen Ursachen — von einem Defekt am Kühlsystem der Batterie bis zu Spänen im E-Motor (Tausch auf Garantie). Dazu Fälle tiefentladener 12-V-Batterien (Liegenbleiber, Ersatz über 600 Euro, Kulanz nicht selbstverständlich) und Ladeabbrüche zuhause, die sich oft als Infrastruktur-Thema entpuppen (dokumentiertes Beispiel: defekter FI-Schalter). Nichts davon ist flächig — aber alles Punkte für Probefahrt und Fragenkatalog.

Gibt es ein Batteriezertifikat von BMW?

Ja, seit August 2025: Bei gebrauchten Elektro- und Plug-in-Hybrid-Modellen der BMW Group ermitteln die Partner die nutzbare Kapazität per Batterie-Check und weisen sie im Batteriezertifikat aus — kostenlos beim BMW- oder MINI-Händler. Das ist ein Fortschritt, aber eine Momentaufnahme aus dem Händlerkontext. Beim Privatverkauf zählt entsprechend ein unabhängiger, nachprüfbarer Nachweis — zumal mobile.de seit November 2025 beim gesetzten Haken „mit Batteriezertifikat“ den Upload des Dokuments verlangt.

Quellen